Adventuregepäck am Motorrad

  • Hi,

    Ich mache mir gerade Gedanken wo ich meine Taschen an meiner Tenere am schlausten befestige. Genau genommen geht es um 2x Kriega OS-6, da wird wohl jeweils ein Ersatzschlauch und Werkzeug drin sein, und was halt noch so passt.

    Generell gibt es ja zwei Möglichkeiten, entweder vorne auf den Seiten am Sturzbügel wie hier zu sehen Kriega 1 oder hinten auf dem Gepäckträger an der US-20 Tasche wie hier Kriega 2.

    Ich frage mich, was da sinnvoller ist von der Gewichtsverteilung her, vorne wäre es tiefer und halt vorne und Hinten verteilt. Hinten könnte man sich dann dafür vorne den Sturzbügel sparen und somit hat man generell weniger Gewicht.


    Jemand Erfahrung damit?

  • Also so ein Tankschutzbügel ist schon nicht zu verachten. War ich schon paar mal froh auf 4000m Höhe im Niemandsland zwischen Chile, Bolivien und Argentinien. Bisschen Gewichtsausgleich mit Taschen am Tankbügel schaden nicht. Die 20L Kriegas am Bügel vorne haben auch schon paar Stürzchen problemlos mitgemacht. Habe sie zwischen Motorschutzbügel und Tankschutzbügel gespannt. Auf Tagestouren waren dann nur die mit Kabelbindern befestigten Schläuche und Notwerkzeug dran.


    Meine Tour-Videos auf YT

  • ....ich habe eine Tasche von SW Motec , am Sturzbügel von Outback Motortek befestigt. ...darin sind die Ersatzschläuche und etwas Werkzeug verstaut. ....für mich ne gute Lösung.

    ....das Leben ist zu kurz um eine GS zu fahren. :hust:

  • ....ich habe eine Tasche von SW Motec , am Sturzbügel von Outback Motortek befestigt. ...darin sind die Ersatzschläuche und etwas Werkzeug verstaut. ....für mich ne gute Lösung.

    Wieviele Liter hat die Tasche?

    Ich habe nur 8 L gefunden, was mich gross dünkt für an die Crash Bars.

    In einer Ménage à trois:

    Moto Guzzi Stelvio 1200 8V NTX & California II, BMW F650GS

    Getrennt:

    TS 50 ER RD 125 (2 Zyl.) RD 125 LC RD 250 YPVS

    VF 750 C, AN 125, AN 400 Burgmann

    Guzzi on tour

  • Also so ein Tankschutzbügel ist schon nicht zu verachten. War ich schon paar mal froh auf 4000m Höhe im Niemandsland zwischen Chile, Bolivien und Argentinien. Bisschen Gewichtsausgleich mit Taschen am Tankbügel schaden nicht. Die 20L Kriegas am Bügel vorne haben auch schon paar Stürzchen problemlos mitgemacht. Habe sie zwischen Motorschutzbügel und Tankschutzbügel gespannt. Auf Tagestouren waren dann nur die mit Kabelbindern befestigten Schläuche und Notwerkzeug dran.

    Wow das Teil ist gepackt :grinning_squinting_face: dagegen bin ich eher minimalistisch unterwegs, aber natürlich auch nicht so lange.

    Aber ja, die Bügel sind wohl schon praktisch.

  • Stfn 2. Dezember 2025 um 09:28

    Hat den Titel des Themas von „Adventuregepäck am Motorrad,“ zu „Adventuregepäck am Motorrad“ geändert.
  • Meine Erfahrung ist: so wenig wie nur irgendwie möglich - und was unbedingt mit muss so zentral und tief wie es nur geht. Alles ausserhalb von (auch nur falls wirklich nötig) Sturzbügeln macht keinen Sinn (entweder die Taschen sind nach einem Sturz Schrott - oder man kann sich die schweren und teuren Sturzbügel gleich sparen weil die Kiste ja eh auf die Taschen fliegt). Nur zu Befestigungszwecken Bügel zu montieren macht keinen Sinn im Offroad Bereich, ja jedes Kilo mehr schlicht eins zu viel ist. Beim Bild mit der Triumph frag ich mich wer den Trumm denn mehrmals pro Stunde von Boden aufheben kann - da dürfte erst mal einiges an Kosten fürs Fitness-Center anfallen (und selbst dann....).

    Reifen Hebel kann man irgendwo mit Kabelbinder an den Rahmen Pappen, eventuell auch auf die Schwinge (eben - so tief wie möglich). Alternativ an den Motor Schutz, da passt auch ein zusätzlicher Kasten (zB beidseitig abgedichtetes Wasserrohr mit Schellen - gibt natürlich im Handel auch teure Alukästen) dran, dann passen auch die Ersatzschläuche rein.

    Sonst ein vernünftig dimensionierter, mit stabilen Riemen befestigter Tankrucksack mit Kartenttasche (als Backup falls das Navi mal spinnt), da passt natürlich auch das Handy rein.

    Hinten Sattel Taschen (Schwerpunkt runter!) und auf den Sitz eine kleine Gepäckrolle. Topcase ist viel zu hoch und verleitet zuviel zu packen - spätestens wenn einem die Kiste mal hinterher fliegt, wäre man froh, wenn man das Teil nicht in den Rücken geballter bekommt. Gepäck Systeme, so hübsch sie auch aussehen, sind mit den Adapter irre schwer (meine Sattel Taschen waren prall gefüllt leichter als das Gepäcksystem mit leeren Alukoffern auf der Afrika Twin), auch hier wieder das Thema Gewicht, was auf härteren Etappen jeden übers Limit bringt.

    Schon klar: wer nur Asphalt oder mal ein ungeertes Strässchen fährt und sowieso davon ausgeht die Mühle nie abzulegen (geschweige denn wegzuwerfen oder andauernd ausbuddeln zu müssen wegen weichem Tiefsand), der kann auch ne 400 Kilo Maschine zu Zweit mit Zusatz Gepäck fahren (war auch nice nur der Pan European), hat aber mit Offroad Tour etwa so viel zu tun wie ein schwerer SUV in der Stadt Zürich.

    Nach 15x Tunesien, Griechenland und 2x Marokko ist erstaunlich mit wie wenig man zurecht kommt - und selbst das lässt sich unterbieten. Eine Gruppe Italiener waren mit Sportenduros in Tunesien und hatten gerade mal je einen Rucksack der kaum grösser als ein reines Trinksystem war (eine Ersatz Unterhose reicht für 2 Wochen...) auf dem Motorrad dann ein Schlafsack mit Biwackhülle, sonst nur Kreditkarte. Essen gibt es überall und ab und zu mal ins Hotel zum Duschen - schon ist der Drop gerutscht. Muss man natürlich nicht so machen, zeigt aber, dass es eben auch gehen würde - wenn man den Fahrspass in den Vordergrund stellt.

  • Na klar, jeder der mal was aufs Motorrad geschnallt hat wird wissen, weniger is besser :winking_face:

    Aber auf das ein oder andere möchte ich trotzdem nicht verzichten, ich bin jetzt auch nicht in Wüste unterwegs. Ich bin gerne auf dem ACT oder TET unterwegs, alles was mit grossen Motorrädern spass macht.

    Dann fahre ich auch überall mit dem Motorrad erstmal hin, hab halt immer mehr dabei als man unbedingt braucht, versuche es aber im Rahmen zu halten.

  • Ist natürlich auch eine Lösung das "Gepäck" in der Unterkunft zu lassen (andere haben sich das sogar per Post von einem Standort an einen anderen versandt), konnte man beim Eingangs-Tread halt nicht ahnen, dass das auch eine Option wäre :flushed_face:. Bei fetten Gepäcksystemen wird der Träger selber dann aber vermutlich doch am Töff bleiben, gerade bei knackigeren Passagen sehe ich da ein potenzielles Risiko sich zu verletzen (ich hab mir den Unterschenkel gebrochen weil der Rahmen von meinem vollgetankten 140 Kg Bike (mit ca. 70 Km/h, also relativ gemütlich auf Piste gefahren) draufgeknallt ist - und das trotz stabilem Tech 7 Enduro-Stiefel, das dürfte bei einem Hilfs-Heckrahmen für Alukoffer nicht deutlich besser ausgehen. Was Werkzeug anbelangt, lohnt es sich mit Kollegen abzusprechen, eine halbe Werkstatt mitzuschleppen geht sowieso nicht - und wenn genau der Schlüssel fehlt den man bräuchte, hat man auch Pech gehabt (kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: zumindest zu Hause mal schauen wie weit man mit Boardwerkzeug kommt - Honda findet es offenbar nicht mal mehr nötig einen Schlüssel beizulegen mit dem man die Hinterrad-Schraube oder die Vorderrad-Achse lösen kann um einen Platten zu flicken - dafür hat man einen Spezialschlüssel für die Kerze welche bei modernen Maschinen im Grunde nie den Geist aufgibt...). Wenn man's bisschen verteilen kann, wird's vom Umfang und Gewicht erträglicher, aber man hat dann halt mal Pech, wenn man auf eine Faust ne Runde abseits der üblichen Routen machen will. Bei den (schon fast unzähligen) Reifenwechseln hat zudem rausgestellt, dass es Reifen-Modelle gibt welche man auch mit maximaler Gewalteinwirkung und richtig grossen Hebeln (hab ich gar nie mitgeschleppt, nur zu Hause gebraucht oder in der Rally-Kiste dem Veranstalter zum Transport überlassen) nur mit viel Anstrengung von der Felge bekommt (wieder rauf war meist einfacher - wobei das bei Mousse dann auch wieder ein anderes Thema ist). Anders gesagt: nur weil's mit einem Modell mal problemlos geklappt hat, muss das nicht bei allen passen - auch hier lohnt es sich zu Hause im Warmem mal zu testen ob das denn auch mit den Reise-Schlappen funktioniert. Wenn man in der Pampa im Regen im Dreck steht (wenn möglich noch ohne Hauptständer) mit platten Reifen, hält sich die Lust an solchen Aktionen erfahrungsgemäss in Grenzen, da ist man froh, wenn man sich nicht noch mit unpassendem Werkzeug rumärgern muss.

    Soll, wie immer, nur eine Anregung sein wie man was lösen könnte - nicht wenige begnügen sich (auch in den Ferien im Ausland) mit einer Pannenhilfe und fahren damit gar nicht so schlecht :winking_face:, zudem kann man sich dann eben gleich die Anschaffung von viel Werkzeug und damit Gewicht am Motorrad sparen (in Griechenland hab ich nix gebraucht, nicht mal Luftfilter reinigen war nötig - kein Wunder, wenn man immer wieder auf schneebedeckten Strassen fahren muss :woozy_face: und dabei Reifen für Marokko aufgezogen hat welche selbst sehr vorsichtiges Gasgeben nur mit durchdrehenden Rädern quittieren). War bisschen blöd gelaufen (ist ja immer so :smiling_face_with_halo:), wollten 5 Wochen nach Marokko, aber wegen Irak-Krieg hat uns die Botschaft in Rabat nahegelegt Länder zu bevorzugen wo man nicht mit Unruhen rechnen muss - dann hat die Zeit nicht mehr gereicht um nochmal neue Reifen zu bestellen bzw. aufzuziehen).

    Na dann - fröhliche Reise-Vorbereitung :smiling_face_with_sunglasses: