Tach miteinander
Die meisten nennen mich Urs, so steht es jedenfalls auf meiner ID geschrieben. Da es schon ein angestaubter Name ist, also kein Kevin, Levin, Nael oder Liam, ist es nicht schwer zu erraten, dass ich wohl oder übel schon zu den älteren Teilnehmern dieses Forums gehöre.
Angefangen hatte ich meine Motorrad Karriere mit einer Aprilia Red Rose, ein cooler leichter 2-Takt-Stinker mit ordentlich Schmackes. Dann folgte eine Yamaha XJ900, die mir zu schwer war und die mich im Griff hatte und ich nicht sie. Ein Umfaller am Klausen und ein Küssen des Asphaltes in einer Kurve, Bremsen und Schräglage vertragen sich nicht sehr, hatten mich dann zu einer Virago 535 geführt. Insgesamt war ich nur sehr wenig mit dem Motorrad unterwegs, der Kauf einer Honda SH 300 hatte daran nichts geändert. Dementsprechend waren meine Fähigkeiten, heute Neudeutsch auch Skills genannt, auf dem Motorrad eher bescheiden. Nach langer Pause beabsichtigte meine Tocher, das Motorradfahren zu erlernen. Dies war der Startschuss für meine zweite Karriere letztes Jahr.
Beim Rastenschleifen beim TCS Schräglagenkurs legten mir zwei Teilnehmerinnen nahe, dass die Honda 500er Rebell wohl nicht das richtige Gefährt für mich sei. Der Instruktor meinte, dass nach der Raste ziemlich schnell der Auspuff Kontakt mit dem Asphalt hätte und ich dann einen unfreiwilligen Abgang machen würde. Was ich mit meiner Rebell nicht schaffte, gelang mir aber doch noch mit der Schräglagenmaschine. Durch zu geringes Abspreizen der Stützräder, was ja nicht meine Schuld war, hatten dieselbigen in der Kurve relativ schnell Kontakt mit dem Boden und anstatt Kurvenfahren war dann eine kurze Fahrt geradeaus in die Hecke angesagt. Der Abwurf erfolgte unmittelbar, eine Schramme am Helm erinnert mich noch heute daran.
Danach folgte die Honda CB 750, mit der ich meine Fähigkeiten im Umgang mit Zweirädern mit Motorunterstützung schlagartig verbessern konnte. Durch Lenkerrückversetzung hatte ich auch keine Probleme mit einschlafenden Händen mehr. Optisch gefällt sie mir aber nicht wirklich, dies ist dem Transformer-Stil für die heutigen Jungen geschuldet. Kaum eine Woche im Besitz hatte ich den Kurs Kurventechnik Schwarzwald besucht, wobei mir eine gute Kurventechnik bescheinigt wurde. Während des Kurses überholten uns zwei Zürcher Motorradfahrer der schnellen ultimativen Sorte und zeigten uns, dass Hangoff auch auf der Strasse geht. Der Experte offenbarte uns beim Mittagessen, dass er in seiner Jugendzeit auch so gefahren sei und dass bei ihm nur der Kauf einer hubraumschwächeren Maschine geholfen hätte.
Im Dezember 24 musste noch zusätzlich ein schönes Exemplar der zweirädrigen Moto Rasse her, eine Triumph Twin Speed 1200. Meine letzten beiden Motorrad Kurse waren die beiden Sliding Kurse von Cornu, wobei man sich den zweiten sparen kann. Beim Kurs hatte ich mit einem interessanten Teilnehmer geredet, der früher oft auf der Rennstrecke fuhr. Er offenbarte mir, dass er sich auf dem Motorrad nicht beherrschen könne und immer vorne dabei sein müsse. Nach der Kaltverformung seines 25'000.- teueren Gerätes mit 200km/h hatte er dann die löbliche Einsicht, dass die Rennstrecke wohl nichts für ihn sei.
Kürzlich habe ich mein teuerstes, kaum geflogenes Segelflugmodell verkauft und mit dem Erlös mein drittes und in absehbarer Zeit letztes Gefährt, eine Classic 350, gekauft. Die Classic 350 ist eine schöne 20PS Gurke, bei der der Drang zur Kurvenhatz im Gegensatz zur Hornet und der Twin Speed deutlich unterdrückt wird.
Momentan bin ich viel auf Kurzausflügen mit dem Motorrad unterwegs, Sommer oder Winter. Mal schauen, wie lange der Hype bei mir anhält.
Dieser Text stammt nicht von Chat GPT, sondern noch aus den eigenen leicht verkalkten Hirnwindungen.
Gruss Urs