BMW C 650 Erfahrung Bericht

  • Seit kurzem bin ich im Besitz eines BMW C 650 GT.


    Früher bin ich Sportmaschinen gefahren. Seit 12 Jahren habe ich auf Roller gewechselt, da ich täglich mit dem Roller unterwegs bin.


    Ich fuhr schon länger eine Beverly 500 welche mit Ausnahme des jährlichen Batteriewechsel klaglos ihren Dienst erfüllte.


    Nun hörte ich da von einem BMW Roller und bin an verschieden Orten gegangen, um ihn wenigstens besichtigen zu können. Leider ergab sich dies Gelegenheit nie und wie Bekannt verzögerte sich die Auslieferung.


    Als ich letzte Woche las, dass die Roller in Deutschland schon ein paar Tage früher ausgeliefert wurden wie angekündigt, suchte ich gleich am Montag den Händler auf und was war da - die Maschine. Warten war nie meine Stärke und ich erfuhr, dass diese Roller schon Verkauft waren und ich bis Oktober warten müsse, naja. Ich suchte im Internet nach anderen Vertretung und gleich der erste Abruf bei Hobi in Winterthur brachte Erfolg. Am nächsten Tag schon konnte ich die Maschine übernehmen und mein Eigen zu nennen.


    Ich war gleich Vertraut mit dem Roller und fuhr über Land voller Begeisterung zurück.


    Der Roller läuft hervorragend, nimmt das Gas zügig an und zieht sauber durch die Kurven. An das Manövrieren musste ich mich noch gewöhnen und kann nun auch vorsichtig auf einer Nebenstrasse wenden.


    Wie weit ich die Maschine in der Kurve herunterlegen kann, respektive mit welcher Geschwindigkeit kann ich noch nicht genau sagen, die ersten Annäherungsversuche sind jedoch vielversprechen, Mit der Beverly konnte ich gut mit einer Sportmaschine mithalten. Bei der BMW muss mich noch Vorsichtig an den 5% Punkt herantasten - aber es ist jetzt schon das schöne Gefühl in der Kurve mit der Strasse auf dem Du zu sein. Früher habe ich noch an den SM teilgenommen und es ist mir immer Gut in Erinnerung wenn ich Anfang Saison auf dem Circuit de Lédenon in der Schräglage der warme Strassenbelagsgeruch in die Nase strömte (das höchste der Gefühle und ich träume davon diesen Geruch noch einmal riechen zu können, nur einmal).


    Die Motorleistung und Beschleunigung ist beeindruckend. Ja, teilweise macht es schon Spass einfach mal so beim Starten auf die Tube zu drücken und ein bisschen Eindruck schinden.


    Die Bremsen lassen sich sehen und haben eine ansehnliche Wirkung.


    Das Cockpit, na ja ich brauch ja nur die Geschwindigkeit, die anderen Sache wie die Uhr usw. muss gesucht werden. Dummerweise hat kurz bevor ich in Uster angekommen bin ein Lampe aufgeleuchtet und ich herunterschaute was los ist. Wie soll es nicht anders sein, ich übersah das 60 Schild. Die Multinovsche Slotmaschine hatte gleich ein Treffer, wie hoch der Gewinn vom Staat ist weiss ich leider noch nicht. Also Vorsicht im Umgang mit der Anzeige.


    Abends machte ich noch einen Ausflug auf den Bachtel mit meiner Frau. Souverän kann ich nur sagen wie die BMW den Berg mit uns erklomm. Mühelos und graziös nahm sie die BMW die grossen Steigungen. Meine Beverly kam dort schon stark ins schnauben und war an der Grenze.


    Auf dem Rückweg merkte ich, dass der Motor extrem laut ist. Ich hatte gewohnheitsmässig wie bei der Beverly das Schild hochgefahren. Die Geräusche wurden durch das herunterfahren des Frontschilds gemildert, als Folge davon, dass ich einen Jet Helm habe, übertönten die Windgeräusche das Motoren Geräusch. Nur Schaute ich dann Bedrohlich auf die Oberkante des Windschilds und dachte „mei wenn ich da draufknalle, dann wird mein Hirn auf Augenhöhe durchtrennt. Gewohnheitsmässig bin ich immer Vorbereitet auf einen eventual Unfall und überlege in welche Richtung und wie ich wegfliege oder abspringe oder ich wegrolle. Nur bei der BMW ist der Fluchtpunkt sehr eingeschränkt. Die Windschildoberkante, finde ich Persönlich müsste wie bei anderen Maschinen abgebogen sein und nicht Beilartig geformt.


    Zuhause angekommen, als ich mich entspannte merkte ich dass ich vom Motorenlärm Ohrsausen hatte, wie nach dem Besuch einer Disko. Ich schätze ohne Wärmedämmenden Integralhelm kann man nicht weit fahren. Nur ist vom Sicherheits Aspekt her die Akustische Wahrnehmung keine triviale Angelegenheit sondern absolut wichtig.


    Nur, dass kein falscher Eindruck entsteht, ich hatte Gottseidank noch keinen Unfall auf der Strasse, auf der Rennpiste natürlich unzählige Stürze und einige Zerrungen und Knochenbrüche. Ich hatte als ich mit dem Motorradfahren begann ein Buch von einem Veteran gelesen. Sein Motto lautete: Bei jedem Unfall, unabhängig vom Gesetz und den Gegebenheiten, die Schuld und Ursache muss man immer bei sich selbst suchen. Man muss die Unfallmöglichkeiten voraussehen, kommt ein Auto aus einer Seitenstrasse, ist ein langsameres Auto nach der Kurve, man muss es voraussehen und ich kann euch dieses Motto nur zu Herzen legen.


    Nun Gut kommen wir zu den Sitzen. Irgendwie ist es ein Komischer Schaumstoff, wenn ich draufdrücke ist er weich aber nach kurzem Fahren hat man das Gefühl auf einem Brett zu sitzen, Ich spüre den Hintern. Mir kommt da der Schaumstoff von den Rennanzügen in den Sinn, wo wenn man drauf drückt er weich ist ,aber wenn man mit der Faust reinschlägt ist er fast Pickelhart. Die verstellbare Rückenstütze ist ein leidlich anatomisch geformtes Unding, weiss nicht wer da Modell gestanden hat. Derr Winkel, dass der Rücken gestützt wird müsste Steiler sein. Ich habe schon alle 3 Positionen ausprobiert. Wenn ich mich weit nach hinten lege, wie bei einer Chopper dann erfüllt sie ihre Wirkung. Wenn ich den Bauch hinten hätte ich mir einen Ranzen zulege, käme mir die Rückbegrenzung gelegen – aber diese Keil, Ich habe jetzt die mittlere Position bei dem Keil genommen, weil wenn die Position vorne ist, ist die Po Auflage klein und der Druck pro cm2 relativ Schmerzhaft hoch. In der hintersten Position ist zwar die Auflage höher und das Sitzen bequemer, beim anhalten (bin 175cm) muss ich richtig umsteigen um den Bodenkontakt mit den Füssen herzustellen. Das heisst ich muss zuerst beim anhalten nach vorne rutschen und damit ich zwischen den Beinen genügend Platz habe um den Boden zu berühren.


    Erwähnen möchte ich noch wenn der Motor in niedrigen Drehzahlen läuft (Bergab) er den typischen schönen BMW Turmix Sound hat, was mich an meine K75 erinnerte. Leider nur beim Ausrollen. Der Motor ist bei normale geradeausfahrt bei 50 oder 60 schon unerträglich hoch und unangenehm.


    Ich Persönlich finde, das BMW dringend etwas gegen diese Motorengeräusch unternehmen muss. Auch das Windschild muss dringend auf die Sicherheitsrelevanz überprüft werden. Es ist möglich, dass es eine Sollbruchstelle hat, aber ich vermute eher nicht.


    Das mit der Rückenstütze wird sich zeigen. Vielleicht lässt sich einmal auch der Neigungswinkel verstellen. Vermutlich wird bald etwas auf dem Zubehör Markt erscheinen. Noch etwas zur Ergonomie, ich finde den Durchmesser der Lenkgriffe als etwas zu kleingeraten für einen Roller.


    Ansonsten hat man schon etwas richtiges in der Hand und vom Preis her, wenn die Motorengräusche weg sind, angemessen.